Überblick
Ein Lautsprechergehäuse ist kein Behälter, sondern ein akustisches Bauteil. Es bestimmt das Luftvolumen hinter der Membran, es speichert und gibt Energie über seine Wandflächen wieder ab, und es legt über Reflexkanal oder Passivmembran fest, wo die untere Grenzfrequenz liegt. Woodsat arbeitet als Hersteller von Lautsprechergehäusen aus Holz genau an dieser Schnittstelle zwischen Akustik und Holzbearbeitung: Wir übernehmen die konstruktive und fertigungstechnische Verantwortung für ein Gehäuse, dessen Verhalten Ihr Entwicklungsteam vorgegeben hat.
Unsere Kunden kommen mit sehr unterschiedlichen Reifegraden zu uns. Manche liefern ein vollständig simuliertes Gehäuse mit Volumen, Portlänge und Dämmmaterialangabe und benötigen einen Fertiger, der diese Werte auch in der zweitausendsten Einheit einhält. Andere haben ein Chassis ausgewählt und eine Zielkurve im Kopf und benötigen jemanden, der daraus eine baubare Geometrie entwickelt. In beiden Fällen gilt bei uns derselbe Grundsatz: Das freigegebene Muster ist die Referenz, und die Serienfertigung wird so aufgebaut, dass sie dieses Muster reproduziert — nicht so, dass sie es durch Nacharbeit von Hand annähert.

Fertigungskompetenz
| Prozessschritt | Leistung | Typische Kontrolle |
|---|---|---|
| Volumenauslegung | Netto-Innenvolumen nach Abzug von Verstrebung, Chassis und Weiche | Volumen innerhalb ±2 % des Zielwerts |
| Reflexkanal | Rohr- und Schlitzports, Strömungsradien, Kammerabstimmung | Portlänge ±1 mm, Impedanzkontrolle |
| Verstrebung | Matrix-, Fenster- und Kreuzverstrebung, verleimte Innenrahmen | Freie Spannweite je Wandfläche begrenzt |
| Bedämpfung | Bitumenmatten, Filz, Polyesterwatte, Langfaserwolle | Gewicht und Position je Stückliste |
| Dichtheit | Verklebte Fugen, Dichtungen an Terminal und Chassis | Leckprüfung vor der Endmontage |
| Messtechnik | Impedanzsweep, Nahfeldmessung, Paarabgleich | Abweichung im Paar eng begrenzt |
Werkstoffe
Die Werkstoffwahl entscheidet über Resonanzlage, Gewicht, Oberflächenaufwand und Kosten. Wir bewerten diese vier Größen gemeinsam und schlagen bei Bedarf zwei Konstruktionen zum Vergleich vor, statt pauschal die dickste Platte zu empfehlen.
| Werkstoff | Dichte | Akustischer Charakter | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|
| MDF | ca. 700–800 kg/m³ | Homogen, gut berechenbar, hohe innere Dämpfung | Standardgehäuse für HiFi und Studio |
| Birke-Multiplex | ca. 650–700 kg/m³ | Steif und leicht, höhere Resonanzfrequenz | Transportgehäuse, Pro-Audio, Leichtbau |
| Massivholz | ca. 600–900 kg/m³ | Schwer, richtungsabhängig, arbeitet mit dem Klima | Hochwertige Zargen, Blenden, Manufakturserien |
| HDF | ca. 850–950 kg/m³ | Sehr dicht, feine Oberfläche, hohe Kantenfestigkeit | Dünnwandige Gehäuse, Hochglanzlackierung |
Produktionsablauf
Am Anfang steht die akustische Auslegung. Wir prüfen das geforderte Netto-Innenvolumen gegen die tatsächliche Innengeometrie, berücksichtigen die Verdrängung durch Chassiskorb, Magnet, Verstrebung und Weichenplatine und passen die Portgeometrie an, wenn die gewünschte Abstimmfrequenz mit der verfügbaren Bautiefe kollidiert. Erst danach entsteht das Fertigungsmodell, aus dem die Plattenteile verschachtelt und die Fräsprogramme abgeleitet werden.
In der Fertigung selbst liegt der Schwerpunkt auf Wiederholgenauigkeit. Jede Platte trägt ihre Falze, Nuten und Ausschnitte bereits aus der Maschine, der Korpus wird in Vorrichtungen verleimt und über die Diagonalen kontrolliert, und die Verstrebung wird nach Zeichnung positioniert statt nach Gefühl eingepasst. Vor dem Schließen des Gehäuses erfolgt eine Zwischenprüfung, denn im geschlossenen Korpus lässt sich nichts mehr korrigieren. Nach Oberfläche und Bedämpfung werden repräsentative Einheiten gemessen und die Ergebnisse dem Fertigungslos zugeordnet.
Anwendungen
- Regallautsprecher — kleine Volumina mit hoher Anforderung an Dichtheit und Wandsteifigkeit.
- Standlautsprecher — Mehrkammergehäuse mit getrennten Volumina für Tief- und Mitteltonzweig.
- Studiomonitore — eng tolerierte Gehäuse mit dokumentierter Paargleichheit.
- Subwoofer — druckfeste Konstruktionen mit verstärkter Schallwand und großzügigen Portradien.
- Soundbars — flache Kammergehäuse mit mehreren Chassisöffnungen auf engem Raum.
- Installationslautsprecher — robuste Gehäuse mit vorbereiteten Aufnahmepunkten und widerstandsfähiger Oberfläche.
Häufige Fragen
Wir berechnen das Netto-Innenvolumen im 3D-Modell nach Abzug von Verstrebung, Chassisverdrängung und Weiche. In der Serie liegt die Abweichung innerhalb von ±2 % des vereinbarten Zielwerts.
Ja. Wir legen Rohr- oder Schlitzports auf Ihre Zielfrequenz aus und prüfen die Abstimmung anschließend über einen Impedanzsweep am realen Gehäuse. Abweichungen werden über die Portlänge korrigiert.
Üblich sind Bitumenmatten zur Wandberuhigung sowie Filz, Polyesterwatte oder Langfaserwolle zur Volumenbedämpfung. Menge und Position werden in der Stückliste festgelegt und bei der Zwischenprüfung kontrolliert.
Ja. Für gerundete Korpusse verwenden wir biegefähige Plattenwerkstoffe oder verleimte Schichtaufbauten in Formvorrichtungen. Solche Geometrien reduzieren zugleich stehende Wellen im Innenraum.
Ja. Verklebte Fugen, Terminaldichtungen und Chassisauflagen werden vor der Endmontage kontrolliert, da bereits kleine Leckagen die Abstimmung eines geschlossenen oder ventilierten Gehäuses verschieben.
Ja. Viele Kunden beziehen leere Gehäuse und montieren Chassis und Elektronik im eigenen Werk. Auf Wunsch übernehmen wir die Komplettmontage einschließlich Funktionsprüfung.
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